Im Foto v.l.n.r. Lesementorin Ilka Bauer, Referentin Rita-Zoltan Vida, Lesementorin und 2. Vorsitzende von LESEMENTOR Marburg-Biedenkopf Jutta Duncker, Lesementorin Ruth Warwel.
©Inge Maisch

27.11.2025

Seminar „Deutsch als Zweitsprache“

Workshop mit Rita Vida, Grundschullehrerin und Fachfrau für Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

Etliche unserer Lesementorinnen und -mentoren haben sich die Aufgabe gestellt, in ihren Lesestunden Kinder zu fördern, die entweder kaum oder gar kein Deutsch sprechen und für die Deutsch eine Zweitsprache ist. Allerdings ist das keine einfache Aufgabe, weshalb LESEMENTOR Marburg-Biedenkopf interessierte Mentor:innen zu einem zweistündigen Seminar eingeladen hat mit dem Titel ‚Deutsch als Zweitsprache‘.

Die Referentin, Frau Rita Vida, Grundschullehrerin und Fachfrau für Deutsch als Zweitsprache, berichtete zunächst, wie es für sie als Kind war, aus Ungarn und ohne Kenntnisse der deutschen Sprache hier in die Schule gehen zu müssen, nichts zu verstehen und deshalb keine Freunde zu haben.

Im Anschluss erfolgte ein zweistündiger, intensiver Erfahrungsaustausch, bei dem sich die anwesenden Lesementor:innen gegenseitig berichteten, vor welchen Herausforderungen sie in den Lesestunden stehen, welche Bücher sie mit ihrem Lesekind lesen und wie sie dafür sorgen, dass sie mit ihm in einen Austausch kommen.

Die Referentin wies dabei darauf hin, dass es für DaZ-Kinder sehr wichtig sei, dass so viel wie möglich mit ihnen gesprochen wird. Sie sollen dabei auch dazu angeregt werden, Worte und Sätze nachzusprechen, um so den Rhythmus der Sprache zu erfassen. Unterstützend könne es sein, wenn Lesementor:in und Lesekind beim Lesen oder beim Singen rhythmisch klatschen oder sogar tanzen. Um die Kinder nicht zu frustrieren, sollte versucht werden, kurze Geschichten mit vielen Illustrationen zu lesen. Spiele, bei denen viel gesprochen werden kann, wie etwa Memory, seien ebenfalls zu empfehlen. Grundsätzlich sollten Lesetexte und Bücher gemeinsam mit den Kindern ausgewählt werden und verschiedene Alltagssituationen abbilden. Dadurch erweitert sich der allgemeine Wortschatz, was wiederum Gespräche erleichtert und den Kindern Türen für weitere Kontakte oder Freundschaften öffnet.

Frau Vida sprach am Ende des Workshops den anwesenden Mentor:innen ein großes Kompliment aus. Für sie sei es begeisternd, mit welchem Engagement sich die Lesementorinnen und Lesementoren für ihre Lesekinder einsetzten. Sie sagte: 

„Die Palette der Angebote ist riesengroß, daher möchte ich Sie und alle Lesementorinnen und -mentoren zur freien Auswahl des Lesestoffs ermutigen. Sie leisten eine wunderbare Arbeit und vermitteln den Kindern nicht nur die Freude am Lesen, sondern Sie beschäftigen sich mit ihnen, investieren Ihre Zeit und geben ihnen das Gefühl, wertvoll zu sein. Dafür ein herzliches Dankeschön. Ich freue mich sehr, dass ich Sie kennenlernen durfte.“ 

Inge Maisch